Weber Marc

 

Profil

Marc Weber wurde am 26.05.1978 geboren und ist dem Handballsport seit seinem 11. Lebensjahr verfallen. Er hat alle Mannschaften von der Jugend bis zu den Herren beim HC Berchem durchgemacht. Als ehemaliger Spieler, Trainer (Kategorie U10) und Jugendkoordinator hat er, der von Beruf Beratungslehrer ist, einen Einblick in den Verein, wie kein Zweiter. Außer einer Saison beim HBC Schifflange, hat Marc seine ganze Karriere als Spieler beim HC Berchem verbracht.

Interview

…Hallo Marc, fangen wir wie immer an. Wie bist du damals zum Handball gekommen bzw. wie lange hast du gespielt?
– Im Alter von 11 Jahren hat mich mein Vetter einmal zum Training mitgenommen, nachdem er mir voller Begeisterung von seinen ersten Handballtrainings erzählt hatte. Ich bin dann auch prompt für die nächsten 25 Jahre dem Sport treu geblieben 😉

…Hast du nur für den HC Berchem oder auch für andere Vereine gespielt? Wenn ja, wieso?
– Ich habe den HCB im Jahre 2003 in Richtung HBC Schifflange verlassen, da ich mehr Spielzeit in der ersten Liga haben wollte. Dies war zu der Zeit, aufgrund der starken Konkurrenz, leider nicht möglich. Ich spielte von 2004 bis 2005 in Schifflingen, musste dann aber leider meine Spielerkarriere aus gesundheitlichen Gründen beenden.

IMG_2059

…An welche „handballerischen Momente“ erinnerst du dich denn zurück (positiv, wie auch negativ)?
– Ich erinnere mich sehr gerne an die tollen Momente in den Jugendmannschaften des HCB zurück. Wir waren eine gute und erfolgreiche Truppe, die über viele Jahre zusammen gespielt hat. Als wir dann als junge Nachwuchstalente zu der ersten Herrenmannschaft kamen, stellte sich schnell heraus, dass uns eine komplette handballerische Ausbildung fehlte. Viele dieser Spieler hörten in den folgenden Jahren auf oder konzentrierten sich auf ihre Studien. Dies war für meine spätere Trainertätigkeit eine prägende Erfahrung.

Ein ganz toller Moment war der Meistertitel im Jahre 2001. Eine Saison, in der ich mir einige Spielanteile erarbeiten konnte. Auch die damit verbundenen Reisen zu den Europapokalspielen bleiben mir in guter Erinnerung. Dafür lohnt sich die ganze Anstrengung in der Vorbereitung und dem täglichen Training.

…Welchen Rat würdest du einem jungen Nachwuchsspieler mit auf den Weg geben, damit er den Sprung aus der Jugend zu den Senioren schafft?
– Wie schon bei der vorigen Frage angedeutet, wird der Grundstein einer erfolgreichen Spielerkarriere in den Jugendmannschaften gelegt. In dieser Phase sollten nicht verschiedene Titel im Vordergrund stehen. Es geht in diesen Jahren vor allem darum eine komplette Ausbildung zu bekommen und sich stetig weiterzuentwickeln um das Handball ABC so zu beherrschen, dass man als junger Spieler in der Herrenmannschaft möglichst schnell den Anschluss finden kann. Es ist nun mal so, dass im Training einer Herrenmannschaft/Spitzenmannschaft nur sehr begrenzt Zeit zur Verfügung steht um mit jungen Spielern an Grundfertigkeiten zu arbeiten. Da kann es nur von Vorteil sein, wenn junge Spieler diese Basis schon mitbringen.
Wenn junge Talente dieses „Package“ mitbringen und zwei, drei Jahre geduldig und motiviert weiterarbeiten, sind die Perspektiven für eine erfolgreiche Handballkarriere recht vielversprechend. Viel Fleiß und Geduld, gepaart mit ein wenig Talent sind die ausschlaggebenden Faktoren für eine erfolgreiche Karriere.

…In deinen vielen Jahren als Spieler hast du sehr viele verschiedene Trainer oder vielleicht Vorbilder gehabt. Welche/n würdest du herausheben, bei dem du sagst, der hat mich am meisten geprägt oder geformt (kannst auch mehrere nennen)?
– Während meiner Spielerkarriere war auch die Zeit von Michael Jordan, das Jahrhunderttalent im Basketball, das wohl jeder kennt. Dieser Sportler war ein wichtiges Vorbild für mich. Auch wenn man nicht das ganz große Talent mitbringt, so kann man einiges mit Fleiß und harter Arbeit erreichen. Dies war eine wichtige Botschaft, die mir immer sehr viel Kraft und Motivation gegeben hat.
Auf den Handball bezogen war Branko Sarac als Trainer, aber vor allem auch der Spieler, an dem ich mich sehr stark orientiert habe. Seine kämpferische Einstellung und akribische Arbeit im Training waren mir stets ein Vorbild.

IMG_0653

…Welche Aufgaben hast du beim HC Berchem und wieso hast du dich für diese entschieden?
– Ich kümmere mich zusammen mit Luc Sinner um die sportlichen Geschäfte beim HCB. Mein Hauptaugenmerk liegt bei den Jugendmannschaften, mit dem Ziel, unseren jungen Spielern die bestmögliche handballerische Ausbildung zu garantieren und so Perspektivspieler für unsere erste Herrenmannschaft zu formieren. Aufgrund meines eigenen Werdegangs als Spieler, weiß ich wie wichtig diese Jugendjahre (Alter zwischen 12 und 17) sind. Deshalb ist es mir sehr wichtig, dass der HCB sich im Bereich der Jugendarbeit gut aufstellt, mit motivierten und engagierten Trainern. Ich bin überzeugt, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind, aber auch noch vieles optimieren können.
Zusammen mit Sandra Hoscheid und Toni Dos Santos, kümmere ich mich auch noch um unsere kleinsten Handballstars von morgen. Die Arbeit mit der U10 „Mannschaft“ bereitet mir viel Freude und sie stellt eine wichtige Basis für den Nachwuchs im Verein dar.

…Du hast mit deiner Frau ein Haus gebaut und ihr bekommt wieder Nachwuchs. „Nebenbei“ arbeitest du noch als Lehrer, gibt es denn Freizeit bei dir und wie nutzt du diese?
– Richtig; unser zweites Kind (es wird ein Mädchen) ist für Ende Juli geplant. Die Vorfreude unserer Nellie auf das kleine Schwesterchen ist schon groß 😉 In und rund um unser neues Zuhause gibt es noch so einiges an Arbeit zu verrichten. Dies ist eine gute Abwechslung zur täglichen Arbeit, aber ich muss gestehen, dass ich auch froh bin, wenn alles so weit fertig gestellt ist. Ich grille lieber im Garten, als ständig drin zu arbeiten.
Meine berufliche Laufbahn hat im Jahre 2009 eine neue Richtung bekommen und ich bin seitdem als Beratungslehrer (instituteur-ressource) aktiv. Es ist eine sehr abwechslungsreiche Arbeit, die mir viel Freude bereitet und trotz allem noch ein bisschen Zeit für Handball übrig lässt. Die rare Freizeit, die dann noch bleibt, verbringe ich mit der Familie und Freunden. Ich laufe auch noch gerne ab und zu. In diesem Jahr ist der Berlin-Marathon das Ziel. Beim Laufen kann ich so richtig toll abschalten und meine Gedanken sortieren; das gibt mir die nötige Energie für den Alltag.

…Was zeichnet für dich den HC Berchem aus?
– Der Verein und der Sport haben mir sehr viel während meiner aktiven Laufbahn gegeben und ermöglicht. Und jetzt ist es an der Zeit, ein wenig davon zurückzugeben. Viele Leute, die im Umfeld tatkräftig mit anfassen, haben einen ähnlichen Werdegang erlebt. Aus diesen Leuten und noch vielen anderen fleißigen Helfern setzt sich die oft zitierte „HCB-Familie“ zusammen. Im diesjährigen Pokalfinale der 2. Seniorenmannschaft, der U14 und der U17 hat sich dieser Zusammenhalt exemplarisch gezeigt. In solch einem Umfeld war es sehr angenehm zu spielen und heute macht es viel Spaß dabei zu helfen, dass der HCB ein EVERGREEN bleibt.

IMG_9984

…kommen wir zur aktuellen Saison und den Senior 1. bist du mit dem Verlauf der Saison zufrieden? Und was erhoffst du dir für die restlichen Spiele?
– Es ist ja nicht erst seit dieser Saison, dass wir uns nicht ganz vorne in der Tabelle etablieren können. Ich führe dies vor allem auf die fehlende Durchschlagskraft im Rückraum zurück, wo wir uns besonders auf der rechten Seite schwer tun. Andere Vereine, die jetzt ganz vorne stehen, konnten sich mit Hilfe von finanziellen Mitteln auf diesen Schlüsselpositionen konsequent verstärken. Dies war beim HCB in dem Maße leider nicht machbar. Mit der (logischen) Konsequenz, dass nicht viel fehlt und es trotzdem für die vorderen Plätze nicht ganz reicht. Die Mannschaft zeigt die letzten Spiele ein großes Kämpferherz und die Jungs geben alles; da kann man der Mannschaft kaum einen Vorwurf machen und man muss akzeptieren, dass der Gegner in den entscheidenden Momenten diesen kleinen Tick besser ist.

…Wo und wie siehst du den Verein in der Zukunft?
– Aufgrund der aktuellen Situation und mit Hinblick auf das Karriereende und der Transfers von einigen Spielern, wird der HCB nicht um eine Art „Neuaufbau“ herumkommen. Hier ist es wichtig, dass einige wichtige Leistungsträger der ersten Mannschaft und dem HCB treu bleiben, damit man rund um dieses Gerüst von erfahrenen Spielern, junge Spieler an das Top-Niveau heranführen kann. Mittelfristig muss es das Ziel sein einen neuen, jungen Kern der Mannschaft zu formieren um dann wieder an ältere Erfolge anknüpfen zu können.
Der Schlüssel für den kontinuierlichen Erfolg liegt in einer konsequenten und qualitativ hochwertigen Jugendarbeit. Dies sollte der HCB nie aus den Augen verlieren, dann wird mir um die Zukunft des HCB nicht bang.
Vielen Dank, Marc, für das Interview und deine Zeit. Viel Spass und Erfolg weiterhin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü